Spätestens mit macOS Sierra 10.12.2 wird Adobe Photoshop CS6 auf den meisten Systemen den Start mit der Meldung „Could not complete your request because of a program error.“ verweigern. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit sich nach einer professionellen Alternative zu Photoshop umzusehen oder sich mit dem Software-Abo der Creative Suite von Adobe anzufreunden.

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Affinity Photo 1.4.3 ist schon länger im Appstore erhältlich. Die App bietet nahezu alle wichtigen Funktionen von Adobe Photoshop und hat vieles um sehr intelligente Feinheiten ergänzt, was das Arbeiten noch angenehmer und schneller macht. Allerdings war das Lasso-Tool zum Freihand-Freistellen für meine ganz persönlichen Anforderungen bisher ein K.O.-Punkt für Affinity Photo. Es war in Photoshop deutlich besser gelöst. Die kommende Version 1.5 von Affinity Photo löst nun dieses Problem und macht damit Affinity Photo für mich  zu einem vollwertigen Ersatz zu Adobe Photoshop.

Von Photoshop zu Affinity Photo

Wer Adobe Photoshop nutzt wird sich sofort in Affinity Photo zurecht finden und die vielen kleinen Arbeitserleichterungen schnell zu schätzen lernen. Affinity Photo liest und schreibt PSD-Dateien problemlos.

Einen schnellen Überblick über Affinity Photo zeigt dieses Video:

Affinity Photo 1.5: Professionelles Freistellen mit dem „Lasso“-Tool

Ich gehe in diesem Beitrag nicht auf die Tonnen von Features von Affinity Photo ein, sondern zeige euch hier nur wie man in der kommenden Version 1.5 das Freistellwerkzeug erheblich verbessert hat.

Bis einschliesslich Affinity Photo 1.4 arbeitet das Freistell-Werkzeug mit einer geschlossenen Kurve, was leider das Arbeiten sehr unübersichtlich macht. D.h. Startpunkt und aktuelle Position sind beim Freistellen permanent verbunden. Ist das freizustellende Objekt ungünstig geformt, kommt es zu „Schleifen im Lasso“, was schnell unübersichtlich wird.

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Affinity Photo 1.5 löst dieses Problem perfekt. Die Freihandauswahl gibt es in 3 Varianten:

  • „Freihand“ zum, wie der Name schon sagt, Freihandzeichnen.
  • „Polygonal“, dazu gleich mehr.
  • „Magnetisch“, hier versucht Affinity Photo anhand der Farbkontraste das Objekt vom Hintergrund zu unterscheiden und „saugt“ die gezeichnete Linie wie ein Magnet an die Konturen des Objekts.

Am effektivsten ist as „Polygon“-Lasso: Anstatt lange Strecken von Hand zu zeichnen, setzt man Punkte am Objekt entlang. Jeder Punkt wird mit seinem Vorgänger verbunden. So kann man schneller und präziser arbeiten. Der Clou: Hält man beim Setzen eines Punktes die Shift-Taste gedrückt, so wird die bisher gezeichnete Linie wie durch einen Magneten an die Kontur des Objekts gezogen. So wird das Polygon-Lasso zu einem Mix aus Freihand- und Magnet-Lasso.

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Affinity Photo 1.5 soll noch im Herbst 2016 als kostenloses Update erscheinen.
Neben vielen weiteren Neuerungen sind folgende Highlights enthalten:

  • Erweiterte HDR-Funktionen
  • Ein komplett neuer Workspace für Tone Mapping
  • Focus Stacking um räumliche Tiefe in kombinierte Bilder zu bringen.
  • Automatisierte Stapelverabeitung
  • Makros aufnehmen und wiedergeben um komplexe Workflows zu automatisieren.
  • Live-Bearbeiten von 360 Grad-Bildern

Mehr zu einigen der neuen Funktionen zeigt dieses Video:

Wie bei Affinity Designer ist von Affinity Photo bereits eine Windows-Version in Vorbereitung.
Auch die iPad-Version wird mit Spannung erwartet:

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Mehr zu Affinity Photo findet ihr hier