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lazydocker ist ein Terminal-UI-Tool, das dir alle wichtigen Informationen auf einen Blick zeigt und Docker-Management vom nervigen CLI-Jonglieren in eine intuitive, grafische Erfahrung verwandelt.

Was ist Lazydocker?

lazydocker ist ein in Go geschriebenes Terminal-UI-Tool für Docker und Docker Compose. Es wurde von Jesse Duffield entwickelt (ja, derselbe Entwickler hinter dem legendären LazyGit). Die Philosophie ist einfach: Alles, was du für Docker-Management brauchst, sollte auf einem Bildschirm erreichbar sein und mit wenigen Tastenanschlägen funktionieren.

Das Tool wird als einzelnes Binary ausgeliefert, hat minimale Abhängigkeiten und läuft auf Linux, macOS und Windows. Egal, ob du über SSH auf einen Remote-Server zugreifst oder lokal an Containern entwickelst – lazydocker funktioniert überall dort, wo du einen Terminal hast.

Lazydocker installieren: Schneller geht es nicht

Die Installation ist denkbar einfach. Hier sind die Varianten für die gängigsten Systeme:

macOS (Homebrew):

Linux (curl-Skript):

Das Binary landet in $HOME/.local/bin.

Windows (Scoop):

Windows (Chocolatey):

Nach der Installation startest du das Tool einfach mit:

Lazydocker’s Oberfläche: Alles auf einen Blick

Wenn du lazydocker startest, erblickst du eine übersichtliche Interface, die dich sofort mit allen wichtigen Informationen bombardiert:

  • Container-Panel: Eine Übersicht aller deiner Container mit ihrem Status (running, stopped, paused)
  • Logs-Panel: Live-Logs des ausgewählten Containers
  • Stats-Panel: Ressourcennutzung (CPU, RAM) in Echtzeit
  • Service-Panel: Übersicht über Docker Compose Services
  • Image- und Volume-Management: Auch deine Bilder und Volumes sind sichtbar

Das Beste: Du kannst zwischen den Panels navigieren, Container starten und stoppen, in sie hineinspringen (docker exec) – alles mit einfachen Tastenkombinationen.

Lazydocker: Docker Terminal UI

Hier sind die wichtigsten Shortcuts. Don’t worry, lazydocker zeigt dir mit ? auch immer eine Übersicht an:

Globale Navigation

Taste Aktion
1-6 Focus auf verschiedene Panels (Projects, Services, Containers, Images, Volumes, Networks)
[ Vorheriger Tab
] Nächster Tab
/ Filter in der aktuellen Liste
Enter Focus auf das Hauptpanel setzen
Esc Zurück zum Side-Panel oder Menü schließen
q oder Ctrl+C lazydocker beenden
? Options-Menü und Shortcuts anzeigen
+ Nächster Screen Mode (normal/halb/fullscreen)
_ Vorheriger Screen Mode

Container-Shortcuts

Taste Aktion
e Hide/Show gestoppte Container
p Container pausieren
s Container stoppen
r Container neu starten
a An Container anhängen (attach)
m Logs des Containers anzeigen
E In Container hineinspringen (exec shell)
c Vordefinierte Custom Command ausführen
b Bulk Commands anzeigen
w Im Browser öffnen (erster Port ist http)
d Container löschen (mit Bestätigung)

Docker Compose Service Shortcuts

Wenn du einen Docker Compose Service ausgewählt hast (Focus auf Services Panel):

Taste Aktion
u Service starten (docker compose up für diesen Service)
U Ganzes Projekt starten (docker compose up)
D Ganzes Projekt herunterfahren (docker compose down)
s Service stoppen
S Service starten
p Service pausieren
r Service neu starten
R Restart-Optionen anzeigen
d Service Container löschen
m Service Logs anzeigen
E In Service Container hineinspringen (exec shell)
a An Service anhängen (attach)

Scrollen im Hauptpanel (Logs, Stats, Config)

Wenn du dich im Hauptpanel befindest (z.B. zum Anschauen von Logs):

Taste Aktion
Page Up / Page Down Eine Seite hoch/runter scrollen
Ctrl+U / Ctrl+D Halbe Seite hoch/runter scrollen
K / J Eine Zeile hoch/runter scrollen
H / L Nach links/rechts scrollen
Home Zum Anfang springen
End Zum Ende springen (Auto-Scroll zu neuesten Output)
Esc Focus zurück zum Side-Panel

Lazydocker. Docker im Terminal veralten

Ein praktisches Beispiel: Das Daily Development Szenario

Stell dir vor, du arbeitet an einem Projekt mit drei Services: einer Node.js-API, einer PostgreSQL-Datenbank und einem Redis-Cache. Du startest dein Projekt mit docker-compose up. Normalerweise würdest du jetzt vier Terminal-Fenster brauchen: eins für docker logs api, eins für docker logs db, eins für docker stats und eins, um neue Befehle einzugeben.

Mit lazydocker machst du folgendes:

  1. Du startest lazydocker
  2. Du drückst 2, um zum Services Panel zu wechseln
  3. Du siehst alle deine Services in einer Übersicht
  4. Du navigierst mit den Pfeiltasten zum API-Service
  5. Du drückst m, um die Logs zu sehen
  6. Die Logs streamen in Echtzeit
  7. Du merkst, dass die API zu viel RAM braucht
  8. Du drückst Esc, um zum Side-Panel zurückzugehen
  9. Du drückst r, um die API neu zu starten

Alles passiert in einem Fenster, mit Tastenkombinationen, die sich nach kurzer Zeit wie second nature anfühlen. Kein Tabben zwischen Fenstern, keine vergessenen Befehle.

Warum Lazydocker großartig ist

1. Echtzeitüberwachung

Du siehst sofort, welche Container Probleme haben. Stichwort: CPU-Spikes, Memory-Leaks. Keine versteckten Fehler mehr.

2. Docker Compose Integration

lazydocker versteht Docker Compose nativ. Du kannst Multi-Container-Projekte verwalten, ohne zwischen verschiedenen Tools zu wechseln.

3. Mouse & Keyboard Support

Du kannst mit Tastatur UND Maus navigieren. Manchmal will man einfach klicken, und lazydocker respektiert das.

4. Sicherer als die CLI

Bevor du etwas löscht, zeigt lazydocker dir genau, was gelöscht wird. Das spart dir vor Panikanrufen: “Habe ich gerade die Produktions-Datenbank gelöscht?”

5. Keine Memorization nötig

Du musst keine Docker-Befehle auswendig kennen. Die Oberfläche führt dich. Das ist besonders wertvoll, wenn man nicht täglich mit Docker arbeitet. Und wenn du doch nicht weiterkommst: Drück ? und du siehst alle Shortcuts.

Docker Compose: Ein Traum

Wenn du Docker Compose verwendest, wird lazydocker zu deinem besten Freund. Statt:

Alles mit einzelnen Tastenkombinationen. lazydocker erkennt deine docker-compose.yml automatisch und stellt dir alle Services dar. Mit U startest du das ganze Projekt, mit D fährst du es herunter.

Image-, Volume- und Network-Management

lazydocker ist nicht nur für Container da. Du kannst auch deine Docker Images, Volumes und Networks verwalten:

  • Images: Mit d kannst du Images löschen, mit c Custom Commands ausführen
  • Volumes: Mit d Volumes löschen, mit b Bulk Commands nutzen
  • Networks: Mit d Networks löschen, mit b Bulk Commands anzeigen

Alles übersichtlich in separaten Tabs organisiert.

Lazydocker: Die wichtigsten Tipps

1. Nutze die Filter-Funktion: Mit / kannst du schnell Container oder Services nach Name filtern. Super praktisch, wenn du 50 Container am Laufen hast.

2. Speichere dir Keyboard-Shortcuts: Nach einer Woche werden die Shortcuts automatisch zu Muskelgedächtnis. r für restart, m für logs, E für exec.

3. Nutze Custom Commands: In der Konfigurationsdatei kannst du eigene Befehle definieren, falls dir bestimmte Aktionen fehlen.

4. Show Hidden Containers: Mit e kannst du gestoppte Container ein- und ausblenden. Das reduziert visuelles Clutter.

5. Bulk Commands: Mit b öffnest du Bulk Commands, um mehrere Aktionen auf einmal auszuführen.

Anpassung und Konfiguration

lazydocker ist out-of-the-box bereits großartig, aber du kannst es auch anpassen. Die Konfiguration erfolgt über eine config.yml-Datei, die du unter ~/.config/jesseduffield/lazydocker/config.yml findest. Du kannst Custom Commands definieren, Keybindings ändern und das Aussehen anpassen.

Eine typische Konfigurationsdatei könnte so aussehen:

Fazit

Du brauchst lazydocker, wenn:

  • Du regelmäßig Docker-Container verwaltest
  • Du mehrere Services gleichzeitig überwachen musst
  • Du von komplexen Docker-CLI-Befehlen müde bist
  • Du gerne schnell zwischen verschiedenen Containern navigierst
  • Du eine visuelle Übersicht über deine Docker-Ressourcen brauchst
  • Du vielleicht sogar SSH auf einem Remote-Server arbeitest und ein GUI-Tool brauchst
  • Du endlich aufhören willst, Docker-Befehle zu googeln

lazydocker transformiert Docker von einem “Ich muss mal kurz googeln”-Tool zu einem “Ich navigiere einfach und klicke”-Tool. Das spart Zeit, Frust und vor allem: Fehler.

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