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Wer mit Claude-Code im Terminal arbeitet, tippt nicht nur Prompts. Mit einem Schrägstrich am Anfang der Eingabe steuerst du die Sitzung selbst:

Modell wechseln, Kontext aufräumen, Änderungen prüfen oder zu einem früheren Stand zurückspringen. Die Liste der Befehle von Claude-Code ist inzwischen lang. Für den Alltag genügt aber eine Handvoll. Dieser Beitrag stellt die wichtigsten Claude-Code-Befehle vor, geordnet nach dem typischen Ablauf einer Arbeitssitzung.

So funktionieren Slash-Befehle in Claude-Code

Tippst du / in das Eingabefeld, zeigt Claude-Code ein Menü aller verfügbaren Befehle. Weitere Buchstaben filtern die Liste, Enter führt den markierten Befehl aus. Ein Befehl wird nur am Anfang einer Nachricht erkannt; Text dahinter gilt als Argument, etwa bei /compact Fokus auf die API-Änderungen. Schickst du einen Befehl, während Claude-Code noch antwortet, wird er meist in die Warteschlange gestellt und nach der laufenden Antwort ausgeführt.

Nicht jeder Befehl steht jedem zur Verfügung: Manche hängen vom Abo, von der Plattform oder von der Umgebung ab. Was bei dir fehlt, taucht im Menü schlicht nicht auf.

Fünf Phasen einer Sitzung mit Claude-Code

Projekt einrichten

  • /init analysiert das Repository und legt eine erste CLAUDE.md an. Darin stehen Build-Befehle, Konventionen und Besonderheiten des Projekts, die Claude in jeder Sitzung liest. Für ein neues Projekt ist das der erste Befehl.
  • /memory öffnet die CLAUDE.md-Dateien zum Bearbeiten und verwaltet die automatische Erinnerung. Hier verfeinerst du, was /init erzeugt hat.
  • /permissions legt fest, welche Werkzeuge Claude ohne Rückfrage nutzen darf, wo es fragen muss und was verboten ist. Wer ständig dieselben Bestätigungen wegklickt, trägt hier eine Regel ein.
  • /mcp verwaltet MCP-Server, also externe Werkzeuge und Datenquellen wie Datenbanken oder Ticketsysteme, samt Anmeldung.

Während der Arbeit

  • /plan schaltet in den Planmodus. Claude untersucht dann den Code und schlägt ein Vorgehen vor, ohne Dateien zu ändern. Vor größeren Umbauten lohnt sich das fast immer, etwa mit /plan Login-Fehler beheben.
  • /model wechselt das Modell, /effort stellt ein, wie viel Denkaufwand Claude betreibt, von low bis max. Für Routineaufgaben reicht weniger, für knifflige Fehlersuche darf es mehr sein.
  • /context zeigt als farbiges Raster, was das Kontextfenster füllt: Systemanweisungen, Werkzeuge, Dateien, Gesprächsverlauf.
  • /compact fasst das bisherige Gespräch zusammen und schafft so Platz, ohne den Faden zu verlieren. Optional gibst du vor, worauf sich die Zusammenfassung konzentrieren soll.
  • /btw stellt eine Zwischenfrage, die nicht im Gesprächsverlauf landet. Praktisch für ein kurzes „Wie hieß noch mal …?“ mitten in einer langen Aufgabe.
Claude-Code Slash Commands & Skills

Vor dem Ausliefern prüfen

  • /diff zeigt alle Änderungen im Arbeitsverzeichnis, auch die, die Claude bisher vorgenommen hat.
  • /code-review (Kurzform /review) untersucht den aktuellen Diff auf Fehler. Mit --fix setzt Claude die Funde gleich um, mit einer PR-Nummer wie /code-review 1234 prüft es einen Pull Request. /code-review ultra startet eine gründlichere Prüfung mit mehreren Agenten in der Cloud; sie ist nach einigen Freiläufen kostenpflichtig.
  • /security-review sucht in den Änderungen des aktuellen Branches gezielt nach Sicherheitslücken wie Injection, Schwächen bei der Authentifizierung oder offengelegten Daten.

Sitzungen in Claude-Code verwalten

  • /clear beginnt ein neues Gespräch mit leerem Kontext. Die CLAUDE.md bleibt erhalten. Faustregel: neue Aufgabe, neuer Kontext. Das spart Tokens und verhindert, dass alte Details die Antworten verwässern.
  • /resume holt eine frühere Unterhaltung zurück, per Name, ID oder aus einer Auswahlliste.
  • /branch zweigt das Gespräch an der aktuellen Stelle ab. So probierst du einen anderen Lösungsweg aus, ohne den bisherigen Stand zu verlieren.
  • /rewind setzt Gespräch und Code auf einen früheren Checkpoint zurück. Hat Claude sich verrannt, ist das oft schneller als jede Korrektur per Prompt.

Mit /clear und /autocompact Geld sparen

Claude-Code schickt bei jeder Anfrage den gesamten bisherigen Kontext mit: Systemanweisungen, gelesene Dateien und den kompletten Gesprächsverlauf.

Je länger eine Sitzung läuft, desto mehr Tokens kostet jede einzelne Antwort, auch eine kurze Rückfrage. Wer über die API nach Verbrauch abrechnet, zahlt das direkt; wer ein Abo nutzt, stößt schneller an die Nutzungslimits. Zwei Befehle halten den Kontext klein und senken so die Kosten spürbar:

  • /clear ist der wirksamste Hebel. Beginnst du eine neue Aufgabe, schleppst du ohne /clear den gesamten Verlauf der alten mit, und jede weitere Anfrage bezahlt dafür. Nach /clear startet das Gespräch wieder mit leerem Kontext, die CLAUDE.md bleibt erhalten.
  • /autocompact legt fest, wie voll das Kontextfenster werden darf, bevor Claude-Code das Gespräch automatisch zusammenfasst. Mit einem kleineren Wert wie /autocompact 200k fasst Claude-Code früher zusammen, und die folgenden Anfragen bleiben günstiger. /autocompact auto stellt den Standardwert für dein Modell wieder her. Der Befehl benötigt Claude-Code ab Version 2.1.221.

Mit /usage siehst du jederzeit, was die laufende Sitzung bisher gekostet hat, und mit /context, wie voll das Kontextfenster gerade ist.

Wenn Claude-Code hakt

  • /doctor prüft Installation, Einstellungen, Erweiterungen und CLAUDE.md und schlägt Korrekturen vor, die Claude erst nach deiner Bestätigung umsetzt.
  • /debug aktiviert das Debug-Log der Sitzung und hilft, Fehler zur Laufzeit einzugrenzen.
  • /usage (auch /cost) zeigt Kosten der Sitzung, Nutzungslimits und Statistiken.
  • /status nennt Version, Modell, Konto und Verbindungsstatus.
  • /help listet alle verfügbaren Befehle auf, falls du einen vergessen hast.

Eigene Slash-Befehle anlegen: Skills in Claude-Code

Wiederkehrende Aufgaben lassen sich in Claude-Code als eigene Befehle hinterlegen. Claude-Code nennt sie Skills. Jeder Skill ist ein Ordner mit einer Datei SKILL.md: im Projekt unter .claude/skills/<name>/, für alle Projekte unter ~/.claude/skills/<name>/. Der Ordnername wird zum Befehl. Ein Beispiel für .claude/skills/fix-issue/SKILL.md:

Der Aufruf /fix-issue 123 setzt 123 für $ARGUMENTS ein. Die Zeile disable-model-invocation: true sorgt dafür, dass nur du den Befehl auslöst, nicht Claude von sich aus. Ältere Befehlsdateien unter .claude/commands/ funktionieren weiterhin; für neue Befehle sind Skills der empfohlene Weg. Mit /skills siehst du, welche Skills geladen sind.

Mehr Details zu eigenen Skills findest Du in meinem Claude Skill Tutorial.

Fazit

Für den Einstieg in Claude-Code reichen sechs Befehle: /init für jedes neue Projekt, /plan vor größeren Änderungen, /compact und /clear für einen schlanken Kontext, /rewind als Rettungsanker und /code-review vor dem Commit. Wer diese im Griff hat, arbeitet spürbar zügiger und günstiger. Alles Weitere zeigt ein Druck auf die Taste /.

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